Die Könige des Schlussakords

"Lords of the Chords" zurück

Bescheidenheit ist der Weg zum Erfolg eines A-cappella-Chors. Nur wenn jeder Sänger bereit ist, seine Stimme nicht über die anderen zu erheben, sie vielmehr mit diesen verschmelzen lassen will, kann große Musik entstehen. Ein Jahr nach ihrer Geburtsstunde, nach dem ersten Konzert in Bad Bergzabern, sind die "Lords of the Chords" am Samstag in die Kurstadt zurückgekehrt und haben ein Paradebeispiel für A-cappella-Gesang geboten. Zusammengetan hatten sie sich einst aus Begeisterung über die perfekten Schlussakkorde der King's Singers, denen sie nun gekonnt nacheifern. Die "Lords", zu denen neben Bezirkskantor Maurice Croissant und dem Landauer Daniel Schreiber Profimusiker aus ganz Deutschland zählen, sangen in der voll besetzten Marktkirche.
Sie widerstanden dabei allen Versuchungen, die sie von ihrem Erfolgsweg abbringen könnten. Nach acht brilliant intonierten geistlichen

Stücken - darunter das elegische "O Magnum Mysterium" von Morten Lauridsen und der ergreifende Chorsatz zu "Maria durch ein Dornwald ging" - ließen sie sich nicht darauf ein, ihr Publikum nun nur mit Populärem zu verwöhnen. Sie präsentierten vielmehr auch verborgenen Kleinodien wie die lautmalerische Naturbeschreibun "Aftonen" des Schweden Hugo Alfven (man hörte es tatsächlich, das "einlullende Waldhorn"!) oder den "Pseudo-Yoik NT" des Finnen Jaakko Mäntyjärvi, der auf einer lappischen Gesangstechnik basiert - "vielleicht dem bayrischen Jodeln vergleichbar, nur ganz anders", wie es in der stets humorvollen Moderation hieß. Beide Stücke -und nicht nur die - waren unvorstellbar schön, unvorstellbar wie die "Lords" selbst: Auf die Ankündigung des Moderators, nun wollten sich die Sänger einmal persönlich vorstellen, schüttelten diese sich einfach gegenseiig die Hände - und sangen dann weiter. Bescheiden zum Erfolg. Und wie! (mk)

Rheinpfalz Landau